Vorsicht vor dem tumben Mob

Vor Kurzem las ich in der Huffington Post den spitzenmäßigen Artikel „Die neuen Asozialen“. Die Autorin Sabrina Hoffmann beklagt darin zurecht die ignorante Feindseligkeit vieler Deutscher gegenüber Ausländern und vor allem Flüchtlingen. Immer mehr „besorgte Bürger“ schimpfen auf den einschlägigen Plattformen über Immigranten, die ihnen angeblich jegliche Butter vom Brot nehmen.

Die bei diesen Hetztiraden verwendete Sprache fällt vor allem durch massive Rechtschreibe- und Zeichenfehler auf, manchmal bleibt dadurch der ohnehin ausgesprochen fragwürdige Sinn der Posts sogar völlig im Dunkeln. Ich verweise hierzu auch auf die Facebook-Gruppe „Auslenda nehmn uns der Bildunk weg“, dort werden haufenweise unfuckingfassbare Beiträge dieser Art präsentiert.
Die aggressive Ignoranz der Nazis und derer, die es werden wollen, zieht sich also offensichtlich durch viele, vermutlich sogar alle Bereiche ihres Lebens, von der Ausländer- bis hin zur Dudenfeindlichkeit.

Bis zu einem gewissen Maße beschert einem das eigene „Nicht-Wahrhaben-Wollen“ von Fakten das, was allgemein als geistige Gesundheit angesehen wird. Wenn wir uns permanent alles, was privat und öffentlich beschissen läuft, vor Augen hielten, wären wir schlicht nicht lebensfähig.
Manchmal staune ich aber schon über das harmlose, aber gigantische Verleugnungstalent einzelner anderer, beispielsweise dann, wenn ich eine stark beleibte Frau in Hot-Pants sehe, deren Cellulite an Stellen herauswabert, von denen ich bisher noch nicht mal geahnt habe, dass sie existieren. Sicherlich kein schöner Anblick, aber dennoch nicht weiter beunruhigend.

Wenn Ignoranz allerdings in Form von wahrhaft menschenverachtendem Verhalten zu Tage tritt, dürfen wir keinesfalls einfach bloß zusehen, dann müssen wir uns dagegen wehren, Partei ergreifen! Denn sonst gewinnt der tumbe Mob, der schon Hexen verbrannt, Heil Hitler gebrüllt und zu jeder anderen Gräueltat in der Menschheitsgeschichte seinen entscheidenden Teil beigetragen hat.

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