Vom ganz normalen Wahn

Der Zustand des Wahns. Der Duden erklärt ihn zwar zur Abnormität, ich glaube aber, dass fast jeder die Anlage dazu in sich trägt. Was bewirkt beispielsweise Verliebtheit anderes, als wahnhaftes Verhalten? Sie lässt uns die Kontrolle verlieren, schaltet den Verstand aus und regiert unsere Taten.
Oder nehmen wir die Panik, auch eine Form des Wahns. Die hat noch nie jemandem geholfen, lässt sich aber dennoch nicht immer unterdrücken.

Warum also gibt es überhaupt diese überstarken Gefühle, mit denen wir uns doch im Grunde bloß selbst schaden?
Verliebtheit ist zweifelsohne der gerissenste evolutionäre Trick zum menschlichen Selbsterhaltungstrieb: Frauen und Männer wissen auf rationaler Ebene längst, dass die allermeisten Beziehungen irgendwann den Bach runtergehen. Die Verliebtheit lässt uns dennoch glauben, die Partnerschaft hielte für immer und genau aus dieser Geborgenheit heraus zeugen wir Kinder.
Päng, und die Falle hat zugeschnappt!

Mein zweites Beispiel betreffend finde ich allerdings keinen evolutionären oder sonstigen Ansatz. Angst kann unter bestimmten Umständen sehr dienlich sein, beispielsweise wenn es beim Wegrennen vor einem menschenfressenden Raubtier tatsächlich ums nackte Überleben geht. Panik hingegen bedeutet meist Lähmung oder anderweitig selbstschädigendes Verhalten. Wer einfach erstarrt stehenbleibt (Ausnahme: T-Rex, denn wir alle wissen aus Jurassic Parc, dass der nur auf Bewegung reagiert) oder schreit wie am Spieß ist schon so gut wie tot.
Derzeit habe ich selbst mit Panik zu tun; vor dem großen Nichts aka meine kurz- mittel- und langfristige Zukunftsgestaltung. Vielleicht finde ich auch gerade deshalb keine pseudowissenschaftliche, klugscheißerische oder vielleicht sogar logische Erklärung. Ich weiß nur eines ganz sicher: Die Panik macht mich wahnsinnig.

 

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