Wahlbefehl

Ich hab die Schnauze voll und Du bestimmt auch.
Aber wir beide sind nicht grenzdebil und schenken unser Kreuz der Nazi-FDP.

Was also sollen wir tun, um unseren Protest auszudrücken?
Im Hier und Jetzt bleibt nur noch eine Antwort und die heißt Satire.

Ich sage: geh wählen und wähle Die Partei!

 

Quarantäne

Die Sonne scheint hämisch zwischen den Rolladenspalten durch. Ich hasse sie dafür.
Scrolle durch die hohlen Weiten des www, langweilig, neidbringend, ätzend.
Kreise um meine leeren Gedanken, ohne Zweck, ohne Ergebnis.
Nutzlose Stunden, vergeudet allein durch Selbstmitleid.
Die Welt findet ohne mich statt.
Und ich gar nicht.

 

Ein Herz für Dich!

Jeder darf Fehler machen, bloß ich nicht.
Ich muss alles alleine schaffen.
Meine Wünsche zählen nicht.
Verzeihen kann ich anderen, aber nicht mir selbst.

Hör auf auf mit Deinem selbstmitleidigen Brainfuck.
Tritt Deinen Dämonen ordentlich in ihre Ärsche, denn genau das haben sie verdient.
Und sei lieb zu Dir selbst, denn genau das bist Du Dir schuldig.

 

Danke

Seit mindestens einem halben Jahr (wenn nicht noch viel länger) habe ich hier nix Gescheites mehr geschrieben. Mir fehlen Kraft und Muße und das macht mir ein ziemlich schlechtes Gewissen, ich weiß bloß nicht so genau wem gegenüber und warum.

Nein, das ist kein Abschied, ich werde den Blog nicht schließen, aber ich will mich unbedingt mal bedanken, denn es verirren sich immer noch Nicht-Spam-Besucher hierher, aus welchem Grund auch immer.

Also: Danke Euch für so viel Geduld. Dass sie irgendwann belohnt wird, kann ich leider nicht versprechen.

 

Sonniger Sonntag

Meinen üblichen Sonntagscocktail aus Depression und Langeweile vertrage ich bei dieser Hitze besonders schlecht.
Lähmende Glut, vor der ich mich nicht verstecken kann.
Angst davor, nicht schlafen zu können, Panik davor, dass der morgige – noch heißere – Tag erst recht unerträglich sein wird.
Noch dazu erkältet, denn schwitzen kann man ja nie genug.

Jegliches winzigkleine Muss, nervt mich, macht mich mürbe.
Ich will das alles nicht, aber was ich will, weiß ich auch nicht.
Die naive Fröhlichkeit da draußen verschlimmert mein Selbstmitleid um ein Vielfaches.
Letztendlich bleibt nur der Fluchtversuch Richtung Dunkelheit.

Ich weiß, es wird wieder besser, aber ich existiere im Jetzt und jetzt ist alles scheiße.

 

Sie

Fängt und foltert Dich jedes Mal aufs Neue.
Raubt Dir Dein bisschen Vernunft.
Beherrscht Dein Denken und Handeln.
Saugt Dich aus und treibt Dich an.
Tarnt sich unverschämt lieblos als Liebe.
Frisst Dich auf und kotzt Dich wieder aus.
Und zwingt Dich zur Hoffnung.

Sie schwächt Dich.
Immer wieder, immer mehr.

 

Freitags in der Kassenschlange

SOWAS VON COOL, diese Hipster. VIEL ZU COOL für die Einkaufswagennutzung wie wir Normalsterblichen und NATÜRLICH auch VIEL ZU COOL, um ihr Biogedöns zumindest halbwegs zügig in ihre Jutetaschen zurückzupacken.
Oder Taschenkramer, denen erst einfällt, dass sie bezahlen müssen, wenn die arme Kassiererin sie dazu auffordert und dann minutenlang nach ihrem Geldbeutel suchen.
Und Kleingeldsammler, längst nicht so häufig Rentner oder Hartzer wie man gemeinhin annimmt, die den Zahlbetrag zwanghaft auf den Cent genau abzählen.
Alles völlig harmlos, verglichen mit alternativ angehauchten Müttern, die ihre Blagen für das Epizentrum des Universums halten. Klein Justus, Malte und Pauline (AKA egoistische Arschlocherwachsene in spe) dürfen jedes einzelne ihrer 98 Einkaufsteile aufs Kassenband schmeißen, egal wie lange das auch immer dauern mag.
Manchmal schießen mir Wuttränen in die Augen, manchmal male ich mir auch einen spontanen Amoklauf aus, die meiste Zeit aber schäme ich mich einfach nur, zur selben Spezies wie meine Kassennachbarn zu gehören.

 

So alt, wie man sich fühlt

Es ist eine Menge dran, an dem zugegebenermaßen ziemlich abgelutschten Sprichwort „Man ist (nur) so alt, wie man sich fühlt“.
Ich glaube ja, dass jeder in einem, in seinem Alter hängenbleibt und sich im Nachgang höchstens noch marginal verändert.
Bei mir geschah das in der bittersüßen Zeit kurz nach Ende der Pubertät, mit etwa Achtzehn, Neunzehn.

Seitdem sind meine Macken, Mein Humor, mein Geschmack, meine Leidenschaften, meine Bedürfnisse, eben alles, was mich ausmacht, stets dieselben geblieben. Dazugesellt haben sich bloß die mehr oder weniger üblichen, den Jahren geschuldeten seelischen Blessuren.
Das mag auf den ersten Blick ungewöhnlich früh für eine Entwicklungsstagnation erscheinen, wenn ich allerdings an den ein oder anderen männlichen Mitmenschen denke, relativiert sich meine Sorge glücklicherweise wieder.

Wie eine Erwachsene habe ich mich noch selten gefühlt und wenn, dann wurde ich schnell eines Besseren belehrt. Also frage ich mich seither, wer ich mal sein will, wenn ich groß bin. Und gerade dann, wenn ich glaube, der Antwort ein kleines Stückchen näher gekommen zu sein, blutgrätscht das Leben auf ebenso tragische wie wunderbare Weise dazwischen.

 

Realsatire war gestern

Wenn mich die täglichen Trump-Meldungen heimsuchen, ereilt mich jedes einzelne Mal ein intensives Gefühl der Unwirklichkeit.
Was auf dieser unserer Welt gerade passiert, geht weit über den normalen Wahnsinn der Realität hinaus.

Trump ist die Symbolfigur des postfaktischen Zeitgeistes, dessen Mexiko-Maßnahmen die Mauern in den Köpfen seiner Wählerschaft obendrein noch gruselig-gut symbolisieren. Perfider und dreister als je eine machtgeile Arschgeburt vor ihm, hetzt er Arme gegen noch Ärmere auf und kommt damit durch – einfach so.

Es bleibt zu hoffen, dass der Secret-Service sich des Problems so bald wie möglich selbst widmen wird oder wir zumindest aus diesem beispiellosen Debakel lernen und Trump im Nachgang als kosmischen Warnschuss betrachten werden.
Was aber tatsächlich in den nächsten vier (oder acht!) Jahren noch alles auf uns zukommt, kann momentan kein Mensch sagen.

In diesem Sinne: Carpe Diem und Prost, Freunde!

 

Heroes

Kleiner Mutmacher versus President Trump:

Bowie lebt weiter und viele menschliche Menschen immer noch.

Let us be heroes!

https://www.youtube.com/watch?v=jBuwC4VJi50

P.S.: Mama, I´m so sorry!