Wochenendeende

JUHUUU, nächstes Wochenende ist wieder Wochenende!!!

(Homer Simpson)

 

 

Danke

Seit mindestens einem halben Jahr (wenn nicht noch viel länger) habe ich hier nix Gescheites mehr geschrieben. Mir fehlen Kraft und Muße und das macht mir ein ziemlich schlechtes Gewissen, ich weiß bloß nicht so genau wem gegenüber und warum.

Nein, das ist kein Abschied, ich werde den Blog nicht schließen, aber ich will mich unbedingt mal bedanken, denn es verirren sich immer noch Nicht-Spam-Besucher hierher, aus welchem Grund auch immer.

Also: Danke Euch für so viel Geduld. Dass sie irgendwann belohnt wird, kann ich leider nicht versprechen.

 

Sonniger Sonntag

Meinen üblichen Sonntagscocktail aus Depression und Langeweile vertrage ich bei dieser Hitze besonders schlecht.
Lähmende Glut, vor der ich mich nicht verstecken kann.
Angst davor, nicht schlafen zu können, Panik davor, dass der morgige – noch heißere – Tag erst recht unerträglich sein wird.
Noch dazu erkältet, denn schwitzen kann man ja nie genug.

Jegliches winzigkleine Muss, nervt mich, macht mich mürbe.
Ich will das alles nicht, aber was ich will, weiß ich auch nicht.
Die naive Fröhlichkeit da draußen verschlimmert mein Selbstmitleid um ein Vielfaches.
Letztendlich bleibt nur der Fluchtversuch Richtung Dunkelheit.

Ich weiß, es wird wieder besser, aber ich existiere im Jetzt und jetzt ist alles scheiße.

 

Alles gut

Solange Ihr gesund genug seid, um Genuss zu empfinden,

solange Ihr geliebte Menschen in Eurem Leben habt,

solange Ihr Euch selbst ernähren könnt und

solange Ihr jederzeit gehen könnt, wohin ihr wollt,

ist alles gut.

 

 

Sie

Fängt und foltert Dich jedes Mal aufs Neue.
Raubt Dir Dein bisschen Vernunft.
Beherrscht Dein Denken und Handeln.
Saugt Dich aus und treibt Dich an.
Tarnt sich unverschämt lieblos als Liebe.
Frisst Dich auf und kotzt Dich wieder aus.
Und zwingt Dich zur Hoffnung.

Sie schwächt Dich.
Immer wieder, immer mehr.

 

K&K: Sonntagsgedanke

Das einzige ideelle Lebensmuss besteht im Ertragen der Konsequenzen, die durch das eigene Handeln entstehen.

Sicherheit, Kontrolle, Liebe, Verantwortung:
Optionale, wenn nicht sogar illusorische Konstrukte, erdacht um die menschliche Sehnsucht nach Sinnhaftigkeit zu stillen.

Frei ist, wer versteht, dass Freiheit nicht existiert.

 

Fiebergelaber

Vor langer Zeit lernte ich das Schicksal kennen, auch wenn es nur als Hirngespinst existiert.
Das Leben präsentierte mir in seiner unendlichen Grausamkeit die federleichte Eleganz einer in sich geschlossenen Logik, die gemeinsam mit der Außenwelt das perfekte Paradoxon abbildete.
Ich zerfiel viele Male, löste mich in meiner eigenen Zerrissenheit auf und entstand erneut.
Ich schlurfte widerwillig meinen Weg entlang, erwartete hinter der nächsten Kurve stets das Schlimmste. Die Jahre vergingen, der Verfall kam und ging, quälte mich, verwandelte meine Stärke in Schwäche und meine Schwäche in Stärke.
Was bin ich heute? Die Erstarrung in Ehrfurcht scheint vorüber zu sein, all meine Irrwege führten mich scheinbar hierher ins Jetzt, wo ich momentan zu Hause bin. Alleine und doch wieder nicht, verzweifelt und voller Freude sehe ich am Horizont die Zukunft als aufgehende Sonne und Sturm, der alles, was ich liebe, wegwischen wird.
Ich füge mich und gehe dennoch stets meinen eigenen Weg. Ich verstehe, dass es nichts zu verstehen gibt.
Ich sterbe jeden Tag ein bisschen mehr und – ja – ich lebe!

So alt, wie man sich fühlt

Es ist eine Menge dran, an dem zugegebenermaßen ziemlich abgelutschten Sprichwort „Man ist (nur) so alt, wie man sich fühlt“.
Ich glaube ja, dass jeder in einem, in seinem Alter hängenbleibt und sich im Nachgang höchstens noch marginal verändert.
Bei mir geschah das in der bittersüßen Zeit kurz nach Ende der Pubertät, mit etwa Achtzehn, Neunzehn.

Seitdem sind meine Macken, Mein Humor, mein Geschmack, meine Leidenschaften, meine Bedürfnisse, eben alles, was mich ausmacht, stets dieselben geblieben. Dazugesellt haben sich bloß die mehr oder weniger üblichen, den Jahren geschuldeten seelischen Blessuren.
Das mag auf den ersten Blick ungewöhnlich früh für eine Entwicklungsstagnation erscheinen, wenn ich allerdings an den ein oder anderen männlichen Mitmenschen denke, relativiert sich meine Sorge glücklicherweise wieder.

Wie eine Erwachsene habe ich mich noch selten gefühlt und wenn, dann wurde ich schnell eines Besseren belehrt. Also frage ich mich seither, wer ich mal sein will, wenn ich groß bin. Und gerade dann, wenn ich glaube, der Antwort ein kleines Stückchen näher gekommen zu sein, blutgrätscht das Leben auf ebenso tragische wie wunderbare Weise dazwischen.

 

Realsatire war gestern

Wenn mich die täglichen Trump-Meldungen heimsuchen, ereilt mich jedes einzelne Mal ein intensives Gefühl der Unwirklichkeit.
Was auf dieser unserer Welt gerade passiert, geht weit über den normalen Wahnsinn der Realität hinaus.

Trump ist die Symbolfigur des postfaktischen Zeitgeistes, dessen Mexiko-Maßnahmen die Mauern in den Köpfen seiner Wählerschaft obendrein noch gruselig-gut symbolisieren. Perfider und dreister als je eine machtgeile Arschgeburt vor ihm, hetzt er Arme gegen noch Ärmere auf und kommt damit durch – einfach so.

Es bleibt zu hoffen, dass der Secret-Service sich des Problems so bald wie möglich selbst widmen wird oder wir zumindest aus diesem beispiellosen Debakel lernen und Trump im Nachgang als kosmischen Warnschuss betrachten werden.
Was aber tatsächlich in den nächsten vier (oder acht!) Jahren noch alles auf uns zukommt, kann momentan kein Mensch sagen.

In diesem Sinne: Carpe Diem und Prost, Freunde!