Karmapolitur

Gestern gab mir der Zufall Gelegenheit, mein Karma einganzkleinwenig aufzupolieren:
Ich half einer alten Dame mit Rollator über die Straße.

Sie berichtete mir während des knapp zwanzigsekündigen Fußmarsches, dass es immer bloß junge Leute oder Ausländer seien, die ihre Hilfe anböten.

Diese kleine Aussage bestätigte mich in gleich zwei meiner Überzeugungen:

1. Alles – auch das Alter – ist relativ.

2. Rechte sind blöde Arschlöcher.

 

Hollywood-Heuchelei

Mächtige Menschen nutzen die Ruhmbesessenheit Schwächerer aus? Skandal!!

Ernsthaft, hat tatsächlich irgendwer geglaubt, dass es anders läuft?
Die Täter werden bloß deshalb gefeuert, weil ihre Taten jetzt öffentlich sind. Es geht einzig und allein um Imagewahrung.

Derartige Vorkommnisse gehören in Hollywood-Kreisen sicherlich zur Tagesordnung.
Wer weltberühmt werden will, muss bereits sein, seine Würde zu opfern. Das dürfte das Mindeste sein.

 

Die kranke Demokratie

Gesunde Demokratie lebt von Meinungsvielfalt.
Schaut Euch alte Bundestagsdebatten an – da wurde gestritten, was das Zeug hält. Und genau so muss das auch!
Leider geht fast allen Parteien mittlerweile so ganz und gar überhaupt nicht mehr um ihre Sache. Alles dreht sich einzig und allein um das Erringen und/oder den Erhalt von Macht.

In diesem rückgratlosen Rumgekuschele wundert es mich persönlich kein bisschen, dass eine Partei wie die AFD Oberwasser gewinnt. Denn man kann der Nazi-FDP vieles vorwerfen, aber nicht, dass sie kein klares Profil vermitteln würde.

Das demnächst im Bundestag vertretene braune Pack verdanken wir dem Selbstverrat unserer linken, konservativen und liberalen Parteien – und natürlich deren Wählern.

 

Wochenendeende

JUHUUU, nächstes Wochenende ist wieder Wochenende!!!

(Homer Simpson)

 

 

Wahlbefehl

Ich hab die Schnauze voll und Du bestimmt auch.
Aber wir beide sind nicht grenzdebil und schenken unser Kreuz der Nazi-FDP.

Was also sollen wir tun, um unseren Protest auszudrücken?
Im Hier und Jetzt bleibt nur noch eine Antwort und die heißt Satire.

Ich sage: geh wählen und wähle Die Partei!

 

Freitags in der Kassenschlange

SOWAS VON COOL, diese Hipster. VIEL ZU COOL für die Einkaufswagennutzung wie wir Normalsterblichen und NATÜRLICH auch VIEL ZU COOL, um ihr Biogedöns zumindest halbwegs zügig in ihre Jutetaschen zurückzupacken.
Oder Taschenkramer, denen erst einfällt, dass sie bezahlen müssen, wenn die arme Kassiererin sie dazu auffordert und dann minutenlang nach ihrem Geldbeutel suchen.
Und Kleingeldsammler, längst nicht so häufig Rentner oder Hartzer wie man gemeinhin annimmt, die den Zahlbetrag zwanghaft auf den Cent genau abzählen.
Alles völlig harmlos, verglichen mit alternativ angehauchten Müttern, die ihre Blagen für das Epizentrum des Universums halten. Klein Justus, Malte und Pauline (AKA egoistische Arschlocherwachsene in spe) dürfen jedes einzelne ihrer 98 Einkaufsteile aufs Kassenband schmeißen, egal wie lange das auch immer dauern mag.
Manchmal schießen mir Wuttränen in die Augen, manchmal male ich mir auch einen spontanen Amoklauf aus, die meiste Zeit aber schäme ich mich einfach nur, zur selben Spezies wie meine Kassennachbarn zu gehören.

 

Realsatire war gestern

Wenn mich die täglichen Trump-Meldungen heimsuchen, ereilt mich jedes einzelne Mal ein intensives Gefühl der Unwirklichkeit.
Was auf dieser unserer Welt gerade passiert, geht weit über den normalen Wahnsinn der Realität hinaus.

Trump ist die Symbolfigur des postfaktischen Zeitgeistes, dessen Mexiko-Maßnahmen die Mauern in den Köpfen seiner Wählerschaft obendrein noch gruselig-gut symbolisieren. Perfider und dreister als je eine machtgeile Arschgeburt vor ihm, hetzt er Arme gegen noch Ärmere auf und kommt damit durch – einfach so.

Es bleibt zu hoffen, dass der Secret-Service sich des Problems so bald wie möglich selbst widmen wird oder wir zumindest aus diesem beispiellosen Debakel lernen und Trump im Nachgang als kosmischen Warnschuss betrachten werden.
Was aber tatsächlich in den nächsten vier (oder acht!) Jahren noch alles auf uns zukommt, kann momentan kein Mensch sagen.

In diesem Sinne: Carpe Diem und Prost, Freunde!

 

Niven und Higgs


Normalerweise rezensiere ich nicht. Zum einen gibt es mehr als genug Kritiken im Netz, zum anderen finde ich es anmaßend, Leute in etwas zu beurteilen, das ich selbst nie auf die Reihe gekriegt habe, wie beispielsweise das Schreiben eines Buches.
Und abgesehen davon hasse ich das mit Rezensionen oft einhergehende prätentiöse Gelaber.
Die letzten beiden Bücher, die ich gelesen habe, haben mich aber dermaßen beeindruckt, dass ich sie unbedingt als Doppelpack-Empfehlung an Euch weitergeben möchte.

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Ach, Amerika…

Der 9. November 2016 wirft jede Menge ungewöhnliche Fragen auf:

Wie viele heile Knochen sind little Barron nach seinem Verhalten während der Siegesrede seines Vaters geblieben?
Warum lief auf selbiger Veranstaltung „You can´t always get, what you want“?
Wie soll aus einem Proll jemals ein Staatsmann und aus einer „Zahnarztgattin“ jemals eine First „Lady“ werden?
Wie viele Liter Champagner wurden in den Satire-Redaktionen rund um den Erdball vergossen?

Und ganz im Ernst: Wie konnte es verdammt nochmal DAZU kommen?

Es war ein Wahlausgang mit dem niemand – und abgesehen von den Trump-Anhängern meine ich wirklich niemand, inklusive Clinton, Obama, Merkel, Putin und wie sie alle heißen sowie last but not least Trump selbst – gerechnet hat. Das dürfte wohl einmalig in der Geschichte sein. Nach meinem letzten Stand hatte Hillary sogar insgesamt mehr Stimmen, aber so läufts nun mal nicht im US-Wahlrecht.

Die Unzufriedenheit, Verzweiflung und letztendlich die mobilisierte Macht eines Großteils der Amerikaner wurde von uns allen gewaltig unterschätzt.

Plötzlich liegen ein zweiter amerikanischer Bürgerkrieg, der Einsatz von Atomwaffen und jede Menge anderer Katastrophen als diffuse Angst der Öffentlichkeit im Bereich des Möglichen. Die Medien dürften sich freuen, Trump verleiht den Abendnachrichten weltweit einen gehörigen Kick.
Wird es echt so schlimm? Ich spekuliere mal munter mit und sage: Nein. Ich finde, schon bei seiner Siegesrede konnte der aufmerksame Beobachter die Überforderung in seinem Gesicht entdecken. Er wollte nämlich bloß gewinnen, mehr nicht, „Nach mir die Sintflut“.

Trump wird sehr schnell merken, dass er null Plan von Innen- und Außenpolitik hat und seine nicht minder bösen, aber überlegteren Berater für sich regieren lassen. Zumindest hoffe ich, dass es so kommt.
Und wenn er auf Putin zugehen will, soll er das doch gerne tun. Hillary wollte auf Konfrontationskurs und wie wir alle wissen, ist es für unsere europäischen Hintern viel sicherer wenn Russland und die USA sich einigermaßen vertragen.
Selbstverständlich stellt sich das Thema in seiner Gesamtheit als geradezu hoffnungslos kompliziert dar: Establishment, IS, Syrien, Ukraine, Klimakatastrophe, Nichtgehörtwerden, Rassismus, Sexismus, Wertegemeinschaft, internationale Beziehungen undundund.

Eines finde ich persönlich aber besonders betonenswert: Wir hier in Deutschland und Europa müssen endlich aus diesem beispiellosen Wahl-Desaster lernen, nämlich, dass die Demokratie leider niemals einfache Lösungen bietet und dass wir denen, die etwas anderes behaupten, mit nichts weiter als etwas gesundem Menschenverstand zu begegnen brauchen.

 

Der leicht pathetische und bisschen seichte Schatz-Text

Projekt *.txt: Schatz

Auf meiner Facebook-Timeline finde ich täglich Kitsch-Posts vor, die Werte wie Ehrlichkeit, Vertrauen und Toleranz als das einzig wirklich Wichtige im Leben deklarieren. Die Dinger strotzen vor Grammatikfehlern und Geschmacklosigkeit, aber das nur ganz am Rande, denn die Sehnsucht nach Sozialkompetenz ist generell nichts, worüber ich mich lustig machen möchte.

Diese eben erwähnte Sehnsucht besteht, weil beidseitige innige Beziehungen welcher Art auch immer nur sehr selten und deshalb ebenso wertvoll sind. In den meisten Fällen erleben wir jene Art Enttäuschung, die uns vor Augen führt, dass wir nicht rückhaltlos geliebt werden, dass es Bedingungen gibt. Und dass wir selbst welche stellen – die vielleicht tragischste aller Desillusionierungen.
Die Suche nach Menschen, die für uns da sind ganz egal, was geschieht, gestaltet sich als meist als ungemein schwierig, wenn nicht sogar hoffnungslos. Die meisten unserer Freund- und Partnerschaften entpuppen sich als Katzengold, um nun endlich mal den Begriff Schatz ins Spiel zu bringen.

Unterm Strich bleiben nur verdammt wenig wahre Schätze. Solltet Ihr tatsächlich mal einen gefunden haben, sucht Euch ein gutes Versteck in Eurem Herzen, aber verbuddelt ihn immer nur so tief, dass Ihr ihn jederzeit und schnellstmöglich wiederfinden und ausgraben könnt.
Aber vor allem: Werdet selbst Schätze für Eure Schätze, denn dann und nur dann seid Ihr trotz all der Fehler, die Ihr schon gemacht habt und trotz all dem ganzen Scheiß, der Euch da draußen jeden Tag um die Ohren fliegt, tolle und liebenswerte Menschen geblieben.