Wochenendeende

JUHUUU, nächstes Wochenende ist wieder Wochenende!!!

(Homer Simpson)

 

 

Wahlbefehl

Ich hab die Schnauze voll und Du bestimmt auch.
Aber wir beide sind nicht grenzdebil und schenken unser Kreuz der Nazi-FDP.

Was also sollen wir tun, um unseren Protest auszudrücken?
Im Hier und Jetzt bleibt nur noch eine Antwort und die heißt Satire.

Ich sage: geh wählen und wähle Die Partei!

 

Freitags in der Kassenschlange

SOWAS VON COOL, diese Hipster. VIEL ZU COOL für die Einkaufswagennutzung wie wir Normalsterblichen und NATÜRLICH auch VIEL ZU COOL, um ihr Biogedöns zumindest halbwegs zügig in ihre Jutetaschen zurückzupacken.
Oder Taschenkramer, denen erst einfällt, dass sie bezahlen müssen, wenn die arme Kassiererin sie dazu auffordert und dann minutenlang nach ihrem Geldbeutel suchen.
Und Kleingeldsammler, längst nicht so häufig Rentner oder Hartzer wie man gemeinhin annimmt, die den Zahlbetrag zwanghaft auf den Cent genau abzählen.
Alles völlig harmlos, verglichen mit alternativ angehauchten Müttern, die ihre Blagen für das Epizentrum des Universums halten. Klein Justus, Malte und Pauline (AKA egoistische Arschlocherwachsene in spe) dürfen jedes einzelne ihrer 98 Einkaufsteile aufs Kassenband schmeißen, egal wie lange das auch immer dauern mag.
Manchmal schießen mir Wuttränen in die Augen, manchmal male ich mir auch einen spontanen Amoklauf aus, die meiste Zeit aber schäme ich mich einfach nur, zur selben Spezies wie meine Kassennachbarn zu gehören.

 

Realsatire war gestern

Wenn mich die täglichen Trump-Meldungen heimsuchen, ereilt mich jedes einzelne Mal ein intensives Gefühl der Unwirklichkeit.
Was auf dieser unserer Welt gerade passiert, geht weit über den normalen Wahnsinn der Realität hinaus.

Trump ist die Symbolfigur des postfaktischen Zeitgeistes, dessen Mexiko-Maßnahmen die Mauern in den Köpfen seiner Wählerschaft obendrein noch gruselig-gut symbolisieren. Perfider und dreister als je eine machtgeile Arschgeburt vor ihm, hetzt er Arme gegen noch Ärmere auf und kommt damit durch – einfach so.

Es bleibt zu hoffen, dass der Secret-Service sich des Problems so bald wie möglich selbst widmen wird oder wir zumindest aus diesem beispiellosen Debakel lernen und Trump im Nachgang als kosmischen Warnschuss betrachten werden.
Was aber tatsächlich in den nächsten vier (oder acht!) Jahren noch alles auf uns zukommt, kann momentan kein Mensch sagen.

In diesem Sinne: Carpe Diem und Prost, Freunde!

 

Niven und Higgs


Normalerweise rezensiere ich nicht. Zum einen gibt es mehr als genug Kritiken im Netz, zum anderen finde ich es anmaßend, Leute in etwas zu beurteilen, das ich selbst nie auf die Reihe gekriegt habe, wie beispielsweise das Schreiben eines Buches.
Und abgesehen davon hasse ich das mit Rezensionen oft einhergehende prätentiöse Gelaber.
Die letzten beiden Bücher, die ich gelesen habe, haben mich aber dermaßen beeindruckt, dass ich sie unbedingt als Doppelpack-Empfehlung an Euch weitergeben möchte.

Continue reading

Ach, Amerika…

Der 9. November 2016 wirft jede Menge ungewöhnliche Fragen auf:

Wie viele heile Knochen sind little Barron nach seinem Verhalten während der Siegesrede seines Vaters geblieben?
Warum lief auf selbiger Veranstaltung „You can´t always get, what you want“?
Wie soll aus einem Proll jemals ein Staatsmann und aus einer „Zahnarztgattin“ jemals eine First „Lady“ werden?
Wie viele Liter Champagner wurden in den Satire-Redaktionen rund um den Erdball vergossen?

Und ganz im Ernst: Wie konnte es verdammt nochmal DAZU kommen?

Es war ein Wahlausgang mit dem niemand – und abgesehen von den Trump-Anhängern meine ich wirklich niemand, inklusive Clinton, Obama, Merkel, Putin und wie sie alle heißen sowie last but not least Trump selbst – gerechnet hat. Das dürfte wohl einmalig in der Geschichte sein. Nach meinem letzten Stand hatte Hillary sogar insgesamt mehr Stimmen, aber so läufts nun mal nicht im US-Wahlrecht.

Die Unzufriedenheit, Verzweiflung und letztendlich die mobilisierte Macht eines Großteils der Amerikaner wurde von uns allen gewaltig unterschätzt.

Plötzlich liegen ein zweiter amerikanischer Bürgerkrieg, der Einsatz von Atomwaffen und jede Menge anderer Katastrophen als diffuse Angst der Öffentlichkeit im Bereich des Möglichen. Die Medien dürften sich freuen, Trump verleiht den Abendnachrichten weltweit einen gehörigen Kick.
Wird es echt so schlimm? Ich spekuliere mal munter mit und sage: Nein. Ich finde, schon bei seiner Siegesrede konnte der aufmerksame Beobachter die Überforderung in seinem Gesicht entdecken. Er wollte nämlich bloß gewinnen, mehr nicht, „Nach mir die Sintflut“.

Trump wird sehr schnell merken, dass er null Plan von Innen- und Außenpolitik hat und seine nicht minder bösen, aber überlegteren Berater für sich regieren lassen. Zumindest hoffe ich, dass es so kommt.
Und wenn er auf Putin zugehen will, soll er das doch gerne tun. Hillary wollte auf Konfrontationskurs und wie wir alle wissen, ist es für unsere europäischen Hintern viel sicherer wenn Russland und die USA sich einigermaßen vertragen.
Selbstverständlich stellt sich das Thema in seiner Gesamtheit als geradezu hoffnungslos kompliziert dar: Establishment, IS, Syrien, Ukraine, Klimakatastrophe, Nichtgehörtwerden, Rassismus, Sexismus, Wertegemeinschaft, internationale Beziehungen undundund.

Eines finde ich persönlich aber besonders betonenswert: Wir hier in Deutschland und Europa müssen endlich aus diesem beispiellosen Wahl-Desaster lernen, nämlich, dass die Demokratie leider niemals einfache Lösungen bietet und dass wir denen, die etwas anderes behaupten, mit nichts weiter als etwas gesundem Menschenverstand zu begegnen brauchen.

 

Der leicht pathetische und bisschen seichte Schatz-Text

Projekt *.txt: Schatz

Auf meiner Facebook-Timeline finde ich täglich Kitsch-Posts vor, die Werte wie Ehrlichkeit, Vertrauen und Toleranz als das einzig wirklich Wichtige im Leben deklarieren. Die Dinger strotzen vor Grammatikfehlern und Geschmacklosigkeit, aber das nur ganz am Rande, denn die Sehnsucht nach Sozialkompetenz ist generell nichts, worüber ich mich lustig machen möchte.

Diese eben erwähnte Sehnsucht besteht, weil beidseitige innige Beziehungen welcher Art auch immer nur sehr selten und deshalb ebenso wertvoll sind. In den meisten Fällen erleben wir jene Art Enttäuschung, die uns vor Augen führt, dass wir nicht rückhaltlos geliebt werden, dass es Bedingungen gibt. Und dass wir selbst welche stellen – die vielleicht tragischste aller Desillusionierungen.
Die Suche nach Menschen, die für uns da sind ganz egal, was geschieht, gestaltet sich als meist als ungemein schwierig, wenn nicht sogar hoffnungslos. Die meisten unserer Freund- und Partnerschaften entpuppen sich als Katzengold, um nun endlich mal den Begriff Schatz ins Spiel zu bringen.

Unterm Strich bleiben nur verdammt wenig wahre Schätze. Solltet Ihr tatsächlich mal einen gefunden haben, sucht Euch ein gutes Versteck in Eurem Herzen, aber verbuddelt ihn immer nur so tief, dass Ihr ihn jederzeit und schnellstmöglich wiederfinden und ausgraben könnt.
Aber vor allem: Werdet selbst Schätze für Eure Schätze, denn dann und nur dann seid Ihr trotz all der Fehler, die Ihr schon gemacht habt und trotz all dem ganzen Scheiß, der Euch da draußen jeden Tag um die Ohren fliegt, tolle und liebenswerte Menschen geblieben.

 

Hipsterkiller

Seit geraumer Zeit bin ich stolze Gebieterin über die Domains hipster-killer.de und hipsterkiller.de. Bis jetzt weiß ich noch nicht mal annähernd, was ich damit anstellen will, erfreue mich aber jeden Tag im Geiste an der optischen und akustischen Schönheit, die sie für mich persönlich bereithalten.

Warum so gemein?
Vergesst die Zombies, wir leben in einer Hipster-Apokalypse. Der unserem Zeitgeist entsprechenden tragischen Parodie von Subkultur.
Hipster sind mit Abstand die Ignorantesten unter den Angepassten, denn sie wähnen sich in vermeintlichem Individualismus, während Banker oder Glatzen wenigstens wissen, dass sie Uniformen tragen. Hipster glauben, ihr Männerdutt sei ein Zeichen für ein wahrhaft aufgeschlossenes, ironisches und kreatives Wesen, dabei basteln sich sich damit bloß einen Kopf-Testikel, vermutlich weil sie in ihrer Hose wenigstens einen zu wenig haben.

Ich empfinde das Lebensziel, Hip zu sein als das Fegefeuer der Extra-Beschränkten. Denn wie schon erwähnt: Die Tragödie besteht bei Hipstern darin, dass sie sich für tiefgründige Nonkonformisten halten und in Wirklichkeit die (bis jetzt und höchstwahrscheinlich auch dauerhaft) oberflächlichsten Witzfiguren des 21. Jahrhunderts sind. Sie schreiten mit vermeintlichem Durchblick und der Arroganz, nicht arrogant zu sein durchs Leben und besitzen dabei nicht einmal so viel Selbstironie, wie ein Knöllchen verteilender Hippo, der sich wegen seines Jobs als wertvolles Mitglied der Gesellschaft betrachtet.

Ehrlich gesagt, ich weiß selbst nicht so genau, warum mich die pure Existenz von nicht-redundantem möchtegern-pseudointellektuellem Geschwafel bei Club-Mate oder was sonst gerade angesagt ist dermaßen auf die Palme bringt. Falls ich mal während einer Psychotherapie rauskriegen sollte, dass es sich aus irgendeinem Grund um schlichten Neid (auf was auch immer) handeln sollte, bleibt mir nichts anderes als der Selbstmord, soviel ist mal klar.

Immerhin: Zum Glück habe ich keinerlei kriminelle Energie in mir und näher als mit meinen Domains werde ich an eine Karriere als Hipsterkillerin nicht kommen. Gerade deshalb ist es ein Prima-Gefühl, sie zumindest zu besitzen.

 

Freuen verboten!

Prinzip Gaucho-Tanz: Herr Harting hat es tatsächlich gewagt, zur Nationalhymne zu schunkeln und Deutschlands hirnlose Konservative möchten ihn dafür am liebsten am Galgen sehen.
Man muss sich das mal vorstellen: Der Mann muss ob des größten Erfolges, den man als Sportler erreichen kann, bis oben hin voll mit (hoffentlich) körpereigenen Glückshormonen gewesen sein. Er stand also nicht starr wie ein Royal Guard auf seinem Siegertreppchen, sondern hatte Hummeln im Hintern und wippte fröhlich von einem Bein aufs andere.
Ganz im Ernst, was sind das nur für Leute, die sich über sowas aufregen? Vermutlich solche, die zu dumm sind, um echte Probleme zu haben.
Das einzige, was man Herrn Harting vorwerfen könnte ist, dass er dem öffentlichen Druck nachgegeben und sich tatsächlich für seinen angeblichen Fauxpas entschuldigt hat.
Deutschland, Du spaßbefreite Zone, ich schäme mich für Dich!

 

 

Einer muss es ja machen

Projekt *.txt: Narrenfreiheit

Die Wikiquelle sagt zum Thema „Narrenfreiheit“: „Sie [die Narren] waren also eine soziale Institutionen zulässiger Kritik. Ihre gesonderte Stellung bzw. die fehlende Bindung an gesellschaftliche Normen ermöglichte dem Narren einen besonders großen Handlungsfreiraum – da alles, was er sagte aufgrund seiner Narrheit nicht ernst genommen wurde. Darauf begründet sich der heute noch viel verwendete Begriff der Narrenfreiheit“.

Theoretisch darf zumindest in unseren Breiten heutzutage jedermann Kritik an der Obrigkeit üben, praktisch hat sich aber in dieser Hinsicht seit dem Mittelalter nur verändert, dass der moderne Narr eher zum geneigten Volk als zu den Herrschern spricht. Narrenfreiheit besitzen aber nach wie vor jene, die gerne provozieren und (zu?) wenig Angst vor den unliebsamen persönlichen Konsequenzen ihrer Narreteien haben: Satiriker (deren Tradition sich vielleicht sogar in der Narrheit begründet hat), Querköpfe, Freaks, Freigeister, eben all jene, die schon von Natur aus ebenso unbequeme wie unterhaltsame Gedanken mit sich spazieren tragen. Denn der Job des Narren war schon immer auch Berufung.

Ob die mittelalterlichen Obrigkeiten tatsächlich und ernsthaft über die Kritik ihrer Narren nachdachten und vielleicht sogar manchmal ihr Verhalten änderten, weiß ich nicht. Auch heutzutage bringt die Narrenfreiheit keine Weltveränderung mit sich, aber sie muss schon des Prinzips, der Tradition und nicht zuletzt der geistigen Gesundheit des vernunftbegabten Teilchens der Gesellschaft wegen weiterhin genutzt werden.
Posthumen Dank an all jene, die im Laufe der Jahrhunderte die Narrenflagge hochgehalten und den Weg für Leute wie Hunter Thompson (leider auch schon tot), David Lynch, Hagen Rether und viele, viele, vieellle andere mehr oder weniger berühmte Narren freigeschaufelt haben.