So alt, wie man sich fühlt

Es ist eine Menge dran, an dem zugegebenermaßen ziemlich abgelutschten Sprichwort „Man ist (nur) so alt, wie man sich fühlt“.
Ich glaube ja, dass jeder in einem, in seinem Alter hängenbleibt und sich im Nachgang höchstens noch marginal verändert.
Bei mir geschah das in der bittersüßen Zeit kurz nach Ende der Pubertät, mit etwa Achtzehn, Neunzehn.

Seitdem sind meine Macken, Mein Humor, mein Geschmack, meine Leidenschaften, meine Bedürfnisse, eben alles, was mich ausmacht, stets dieselben geblieben. Dazugesellt haben sich bloß die mehr oder weniger üblichen, den Jahren geschuldeten seelischen Blessuren.
Das mag auf den ersten Blick ungewöhnlich früh für eine Entwicklungsstagnation erscheinen, wenn ich allerdings an den ein oder anderen männlichen Mitmenschen denke, relativiert sich meine Sorge glücklicherweise wieder.

Wie eine Erwachsene habe ich mich noch selten gefühlt und wenn, dann wurde ich schnell eines Besseren belehrt. Also frage ich mich seither, wer ich mal sein will, wenn ich groß bin. Und gerade dann, wenn ich glaube, der Antwort ein kleines Stückchen näher gekommen zu sein, blutgrätscht das Leben auf ebenso tragische wie wunderbare Weise dazwischen.

 

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