Pfirsich



Als ich 30 wurde, fand ich das prima. Zehn Jahre später, auch bekannt als „vor ein paar Wochen“, befand ich mich in vergleichsweise mäßiger Stimmung.
Bis jetzt habe ich es noch nicht geschafft, die 40 tatsächlich zu verinnerlichen. Ich fühle mich einfach bloß ziemlich eigenartig – als stünde ich hinter einer Tür, die sich ein für alle Mal geschlossen hat.

Ich mache mir so meine Gedanken: In DEM Alter sollte man doch ganz automatisch irgendwie irgendwo angekommen sein, oder? Vieles von dem, was mir mit 20 schwierig schien, sollte ich doch mittlerweile ganz locker hinnehmen können, oder?
Dabei bin ich großteilig immer noch dieselbe Idiotin, die ich vor 20 Jahren auch schon war und heule, nur mal so als Beispiel, angesichts der neuesten gescheiterten Beziehung in mein leergelöffeltes Nuttellaglas.

Obwohl ich unter den heißen Mädels auf der Straße außer Konkurrenz laufe (die könnten schließlich meine Töchter sein) fühle ich mich mit denen emotional sehr viel mehr verbunden als mit dem, was ich unter dem Gefühlsleben einer 40-Jährigen verstehe: innerlich gelassen, reif, einfach insgesamt stabiler.
Ihr Jüngeren da draußen dürft das ruhig als kleine Warnung sehen: Abgesehen davon, dass ihr Euch körperlich zu Eurem Nachteil verändert, passiert in Eurem Leben leider überhaupt nichts automatisch. Und als selbstverständlich empfindet man im Laufe der Jahre immer weniger, anstatt mehr. Aber das ist auch gut so.

 

2 thoughts on “Pfirsich

  1. Ich verstehe das; sich seiner Generation nicht zugehörig zu fühlen. Nein, niemand MUSS in irgendeinem Alter irgendwie irgendwo angekommen sein. Manchmal ist auch der Weg das Ziel. Wenn ich die Wahl hätte, weiter ein Idiot zu sein oder das Leben eines innerlich gelassenen, reifen und stabileren Menschen zu leben, ich täte mich für den „Idioten“ entscheiden. Treffender: den Narren. Ich lasse mir meine kindlich gebliebene Neugierde, meine jugendlich gebliebene Begeisterung und meine Unabhängigkeit von materiellen Werten nicht nehmen. Auch nicht leergelöffelte bionella-Gläser. (-;

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