Nachts

Projekt *.txt: mucksmäuschenstill

In allnächtlicher Gewohnheit ist die Welt da draußen tiefschwarz und mucksmäuschenstill geworden. Allein der kleine Zierbrunnen drüben im Nachbarhinterhof plätschert gleichmütig vor sich hin. Der tiefe Schlaf überall um mich herum erscheint mir fast greifbar.
Nur ich bin wach, bestimmt als einzige auf der ganzengroßenweiten Welt.

Je stiller es draußen ist, desto lauter donnern die Stimmen in meinem Kopf. 1000 unvollendete Gedanken versuchen sich gegenseitig zu übertönen. Meine hausgemachte Sorgen-Kakophonie.
Mein Herz rast. Ich stehe kurz auf, laufe ziellos durch die Wohnung, lege mich wieder hin und starre hellwach in die Dunkelheit. Etwas später (ich schaue lieber nicht auf die Uhr!) und wenig einfallsreich, mache ich meinen Ausflug ein zweites Mal.

So schwinden die wertvollen Ruhestunden dahin. Ganz allmählich büßen aber die bösen Stimmen an Aufdringlichkeit ein und erste Traumbilder schleichen sich zaghaft an. Das macht mich euphorisch und wieder wacher.
Und weg sind sie.

Irgendwann holt mich Gnade des Schlafes dann doch noch ein.
Eine halbe Stunde später klingelt der Wecker.
Guten Morgen, Welt! Das wird bestimmt ein herrlicher Tag.

 

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