Murmeltiertage

Derzeit bedeutet Alltag für mich nicht, von einem Termin zum nächsten zu hetzen. Vielmehr besteht er aus suchen, reagieren und viiieeel warten, denn – völlig egal, was Coaches und Arbeitsvermittler auch behaupten mögen – die Arbeitssuche ist nun mal kein Full-Time-Job. Dafür stellt sich in Bewerbungsphasen ein andersartiger, aber nicht minder unangenehmer Stress ein, der potentiell zur Zahl der auf der Couch verbrachten Nachmittage wächst.

Anfangs genießt man zwar die viele Freizeit noch irgendwie, doch die Grübelei über die nagende Frage nach mittel- und langfristiger Perspektive lässt sich nicht dauerhaft verdrängen, außer man will um Vollzeitalki mutieren. Obendrein zehren die anstrengende Aufregung schon Tage vor dem nächsten Vorstellungsgespräch, die schwer verdaulichen Absagen, die darauf folgenden diffusen Selbstvorwürfe, die immer weiter schwindende Hoffnung auf eine einigermaßen stabile Zukunft und die verstohlen-mitleidigen Blicke aus Dunstkreis und Umfeld brutal an den Nerven.

Sicher, man könnte die Zeit produktiv nutzen, nämlich beispielsweise viele und qualitativ hochwertige Blogbeiträge verfassen oder endlich das vor drei Wochen erworbene Regal aufbauen. Aber nein, je weniger man zu tun hat, desto weiter abwärts sinkt die Motivation.

Gestern habe ich meinen persönlichen Tiefpunkt erreicht: Den Download von Pokémon Go.
Ihr merkt, es wird höchste Zeit. Also bitte drückt mir alle Daumen!

 

 

3 thoughts on “Murmeltiertage

  1. Ich drücke dir mit Freuden die Daumen, da ich zur Zeit ebenso in diesem Dilemma stecke, weiss also aus erster Hand, was dich bewegt und wie sehr die Motovation in den Keller rauscht. Vieles bleibt liegen, obwohl man genug (Frei)Zeit hat, nur aufraffen, das ist manchmal schwerer als man denkt, ein Teufelskreis…

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