Liebe Männer…

ich weiß, Ihr habt es nicht gerade leicht. Im Alter zwischen 5 und 75 seid Ihr im Kopf entweder bei Euren hormonellen Bedürfnissen oder Eurem Fußballverein. Als ob es in diesem Zustand permanenter Ablenkung nicht schon schwierig genug wäre, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen, müsst Ihr in Eurer knapp bemessenen Freizeit für uns auch noch den verständnisvollen, aber dennoch durchsetzungsfähigen Partner oder sogar Familienvater spielen.
Aber eins sage ich Euch: Verglichen mit dem, was es bedeutet, eine Frau zu sein, ist das ist alles Kinderkacke.

Wir sollen emanzipiert sein wollen. Gleichzeitig müssen wir aber auch zähneknirschend hinnehmen, dass wir Euch gefallen wollen. Kein Wunder, denn jeder Mensch verdankt seine Existenz der sexuellen Anziehungskraft zwischen Mann und Frau. Psychologische und biologische Überlebenspläne bilden hier ein fettes, um nicht zu sagen adipöses Dilemma.
Damit hängt auch gleich das zweite Grundproblem des modernen weiblichen Wesens zusammen: Der Anspruch, den wir glauben, erfüllen zu müssen, ist einfach unerreichbar hoch. Eine „tolle Frau“ muss immer alle Rollen parat haben (sogar mit PMS oder Bauchkrämpfen): Sie ist schön, klug, beruflich erfolgreich, gesundheitsbewusst, sexy, anschmiegsam, stark, mütterlich und natürlich totaaal unabhängig.

Ganz nebenbei: Ich bin der Meinung, dass – falls es sie tatsächlich gibt – Angelina Jolie nur deshalb existiert, um jede andere Frau auf diesem Planeten zu traumatisieren.

Wo bleibt eigentlich der Mensch hinter all diesen anstrengenden Rollen? Ich weiß, dass es nicht allein Ihr bösen Männer wart, die das Modell Wonder-Woman erschaffen habt. Aber wie oft höre ich von Euch, liebe Männer, sagen, wir Frauen seien unlogische Wesen, denen man es nie Recht machen könne. Dann überlegt doch bitte mal, wie es uns bei diesem ganzen Chaos geht!
Also, in Zukunft haltet ihr bitte Euren Frauen jedes mal die Tür auf und gesteht ihnen gleichzeitig ohne Gegengestänker Beschwerden über Eure mangelnde Hilfe im Haushalt zu. Denn das ist nun mal das Mindeste, was Ihr, liebe Männer, bei all dem, was wir bewältigen müssen, für uns tun könnt.

 

2 thoughts on “Liebe Männer…

  1. Wieder einmal vortrefflich ausgedrückt! So lange es aber gewisse Rollenbilder und deren „Unterstützer / innen“ gibt, wird dieses utopische „Ideal“ weder von Frau, noch vom Mann erfüllt werden können. Unterschiedliche Auffassungen, ob Kultur- oder religionsbedingt stehen dem seit Menschen gedenken im Wege. Es kann und sollte auch nicht das Ziel sein, ein solch vermeintliches „Ideal“ heranzuzüchten oder erreichen zu wollen. Schließlich geht es um das Miteinander beider Geschlechter und nicht darum, sich dem anderen Geschlecht unterzuordnen oder ein Idealbild zu erreichen, das sich die Gesellschaft selbst auferlegt hat.

    In dieser Sache hat die Menschheit noch eine Menge Nachholbedarf und sollte dahin gehend die gesellschaftliche Schulbank drücken, losgelöst von gewissen kulturellen Traditionen und religiösen Zwängen.

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