Homemade Karma

Ernst gemeinte Frage: Glaubt Ihr an Karma?
Ich empfinde die Idee eines allumfassenden Belohnungs- und Bestrafungssystems erstmal als ziemlich elegant.
Nur, um Missverständnissen vorzubeugen: Die Vorstellung, das immer wieder gerne bemühte hungernde Kind in Afrika würde für „Sünden“ aus seinem letzten Leben bestraft, ist selbstverständlich unübertrefflich grauenerregend und so falsch, wie etwas – ganz egal was – nur falsch sein kann.

Ich meine hier all die kleinen und größeren Lebenssünden, die jeder Mensch an jedem Ort der Welt begehen kann. Denn genau diese bestraft der liebe Gott ja bekanntermaßen sofort oder zumindest innerhalb einer Lebensspanne.
Wenn ich mich allerdings umschaue, stelle ich immer wieder fest, dass Menschen, die tatsächlich mal einen göttlich-großen Arschtritt verdient hätten, kaum ernsthafte Probleme haben, während diejenigen mit einem Gewissen sich ständig grämen, bis sie schließlich seelisch und oft auch körperlich schwer erkranken.

In Wirklichkeit (soweit es sie denn gibt), bestraft man sich nämlich immer nur selbst. Man schafft sich sein ureigenes Karma, indem man unabsichtlich immer genau das ausstrahlt, was man gerade von sich hält. Je mehr Selbsthass – ganz egal ob gerechtfertigt oder nicht – desto mieser das „Schicksal“. Wer das für Eso-Quatsch hält, hat noch nie reflektiert.

Abgesehen davon: Nur ein solch hochgradig ignorantes und narzisstisches Wesen wie der Mensch kann auf die Idee kommen, die vorhandenen oder nicht vorhandenen Moralvorstellungen eines Universums nachvollziehen zu können. Das ist doch wieder mal typisch.

Strafe, Belohnung und Erlösung gibt es immer nur hausgemacht, der Rest ist unerreichbar.
Ändert sich allein durch diese Erkenntnis irgendwas? Nein. Natürlich müssen wir begreifen, aber vor allem auch fühlen.
Und das ist leider nicht so leicht, wie es zunächst klingen mag.

 

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