Hipsterkiller

Seit geraumer Zeit bin ich stolze Gebieterin über die Domains hipster-killer.de und hipsterkiller.de. Bis jetzt weiß ich noch nicht mal annähernd, was ich damit anstellen will, erfreue mich aber jeden Tag im Geiste an der optischen und akustischen Schönheit, die sie für mich persönlich bereithalten.

Warum so gemein?
Vergesst die Zombies, wir leben in einer Hipster-Apokalypse. Der unserem Zeitgeist entsprechenden tragischen Parodie von Subkultur.
Hipster sind mit Abstand die Ignorantesten unter den Angepassten, denn sie wähnen sich in vermeintlichem Individualismus, während Banker oder Glatzen wenigstens wissen, dass sie Uniformen tragen. Hipster glauben, ihr Männerdutt sei ein Zeichen für ein wahrhaft aufgeschlossenes, ironisches und kreatives Wesen, dabei basteln sich sich damit bloß einen Kopf-Testikel, vermutlich weil sie in ihrer Hose wenigstens einen zu wenig haben.

Ich empfinde das Lebensziel, Hip zu sein als das Fegefeuer der Extra-Beschränkten. Denn wie schon erwähnt: Die Tragödie besteht bei Hipstern darin, dass sie sich für tiefgründige Nonkonformisten halten und in Wirklichkeit die (bis jetzt und höchstwahrscheinlich auch dauerhaft) oberflächlichsten Witzfiguren des 21. Jahrhunderts sind. Sie schreiten mit vermeintlichem Durchblick und der Arroganz, nicht arrogant zu sein durchs Leben und besitzen dabei nicht einmal so viel Selbstironie, wie ein Knöllchen verteilender Hippo, der sich wegen seines Jobs als wertvolles Mitglied der Gesellschaft betrachtet.

Ehrlich gesagt, ich weiß selbst nicht so genau, warum mich die pure Existenz von nicht-redundantem möchtegern-pseudointellektuellem Geschwafel bei Club-Mate oder was sonst gerade angesagt ist dermaßen auf die Palme bringt. Falls ich mal während einer Psychotherapie rauskriegen sollte, dass es sich aus irgendeinem Grund um schlichten Neid (auf was auch immer) handeln sollte, bleibt mir nichts anderes als der Selbstmord, soviel ist mal klar.

Immerhin: Zum Glück habe ich keinerlei kriminelle Energie in mir und näher als mit meinen Domains werde ich an eine Karriere als Hipsterkillerin nicht kommen. Gerade deshalb ist es ein Prima-Gefühl, sie zumindest zu besitzen.

 

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