Glückstück

Was macht den Menschen denn nun glücklich? Liebe, Macht, Geld, Schönheit? Essen auf dem Tisch, Dach überm Kopf? Altruismus? Geborgenheit? Verantwortung? Natur? Freiheit? Familie? Die einfachen Dinge des Lebens? Extase? Meditation? Religion? Serotonin? Dopamin? Seelisches Gleichgewicht? Oder von allem etwas? Oder gerade nichts davon? Oder liegt ES tatsächlich irgendwo in der Mitte?

Kennt Ihr tatsächlich irgendeinen erwachsenen, halbwegs vernunftbegabten Menschen da draußen, der sich selbst ehrlich und dauerhaft als glücklich bezeichnen würde? Ich jedenfalls nicht.

Mit tatsächlich nur wenig Bitterkeit im Herzen behaupte ich, dass ich kein glücklicher Mensch bin, nie war oder sein werde. Aber ich will auch gar nicht. Der Preis ist mir nämlich zu hoch. Man müsste schon von Grund auf ignorant sein, um ewig freudestrahlend durch diese unsere Welt zu tanzen.

Ich glaube, dass wir den Zustand des „Glücklich Seins“ zur Gottheit erhoben haben, für die wir alles zu tun bereit sind. Sie offenbart sich uns aber höchstens mal als Erinnerung oder in glitschigen Momenten großer (Vor)Freude. Das Wesen des Glücks (und damit erzähle ich mal wieder niemandem was neues) liegt gerade in seiner eigenen Vergänglichkeit. Deshalb enden auch bloß Märchen mit „…und sie lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage.“

Aber scheiß doch drauf, lebenswert ist das Leben trotzdem!

 

One thought on “Glückstück

  1. Weder gehöre ich zur Glücklich-Spezies, noch kenne ich die Formel für das glücklich sein und ich kenne auch niemanden, der diesen utopischen Bild entspricht oder dieses von sich behaupten würde/könnte
    könnte.

    Ich für meinen Teil genieße die kurzen vergänglichen Glücksmomente, die mir im Leben begegnen, aber alles was darüber hinaus geht, würde ich wohl mit Skepsis betrachten. Läuft etwas zu gut, erwartet man zwangsläufig ein böses Erwachen und damit bröckelt dieser Glückszustand Stück für Stück auseinander.

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