Freiheit, Brüderlichkeit, Heuchelei

Echt schlimm, das mit Paris. Ich bin betroffen. Wir alle sind betroffen. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes.

Übrigens: Jeden einzelnen Tag sterben irgendwo Menschen im Namen der Religion oder des schnöden Mammons (die barbarischste aller Religionen) auf unfassbar grausame Weise. Das macht aber den allermeisten Leuten nicht weiter zu schaffen, denn es geschieht weit weg, im wörtlichen wie auch im kulturellen Sinne.

Wenn aber unsere Nachbarn angegriffen werden, entdecken wir plötzlich unsere mitfühlende Seite. Auf Facebook wird Solidarität bekundet bis die Schwarte kracht. Warum wohl? Weil dem gemeinen Deutschen/Europäer soeben mal wieder bewusst geworden ist, dass er selbst oder einer seiner Angehörigen hätte Opfer sein können.
Was wir also für Empathie halten, entpuppt sich bei näherem Hinsehen mal wieder als latenter Egoismus. Der ist zwar absolut menschlich, man braucht sich dafür aber nun nicht unbedingt gegenseitig auf die virtuelle Schulter zu klopfen.

Die Leute scheren sich einfach nicht um das Wohlergehen des symbolisch so oft bemühten hungernden Kindes in Afrika. Erst wenn das Unheil bedrohliche nahe rückt, wird überhaupt irgendwie emotional reagiert. Und genau deshalb kommt es auch jeden Tag zu all den Gräueltaten auf der Welt: weil sie uns am Arsch vorbeigehen, solange sie uns nicht direkt betreffen.

 

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