Fiebergelaber

Vor langer Zeit lernte ich das Schicksal kennen, auch wenn es nur als Hirngespinst existiert.
Das Leben präsentierte mir in seiner unendlichen Grausamkeit die federleichte Eleganz einer in sich geschlossenen Logik, die gemeinsam mit der Außenwelt das perfekte Paradoxon abbildete.
Ich zerfiel viele Male, löste mich in meiner eigenen Zerrissenheit auf und entstand erneut.
Ich schlurfte widerwillig meinen Weg entlang, erwartete hinter der nächsten Kurve stets das Schlimmste. Die Jahre vergingen, der Verfall kam und ging, quälte mich, verwandelte meine Stärke in Schwäche und meine Schwäche in Stärke.
Was bin ich heute? Die Erstarrung in Ehrfurcht scheint vorüber zu sein, all meine Irrwege führten mich scheinbar hierher ins Jetzt, wo ich momentan zu Hause bin. Alleine und doch wieder nicht, verzweifelt und voller Freude sehe ich am Horizont die Zukunft als aufgehende Sonne und Sturm, der alles, was ich liebe, wegwischen wird.
Ich füge mich und gehe dennoch stets meinen eigenen Weg. Ich verstehe, dass es nichts zu verstehen gibt.
Ich sterbe jeden Tag ein bisschen mehr und – ja – ich lebe!

2 thoughts on “Fiebergelaber

  1. Die dunkelste Stunde vor Sonnenaufgang? Ich möchte auch am Horizont die Zukunft als aufgehende Sonne sehen. Der Sturm ist schon da. Nicht sterben! Weiterleben! Der Silberstreif am Horizont kommt immer. Irgendwann. Liebe Grüße

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