Der leicht pathetische und bisschen seichte Schatz-Text

Projekt *.txt: Schatz

Auf meiner Facebook-Timeline finde ich täglich Kitsch-Posts vor, die Werte wie Ehrlichkeit, Vertrauen und Toleranz als das einzig wirklich Wichtige im Leben deklarieren. Die Dinger strotzen vor Grammatikfehlern und Geschmacklosigkeit, aber das nur ganz am Rande, denn die Sehnsucht nach Sozialkompetenz ist generell nichts, worüber ich mich lustig machen möchte.

Diese eben erwähnte Sehnsucht besteht, weil beidseitige innige Beziehungen welcher Art auch immer nur sehr selten und deshalb ebenso wertvoll sind. In den meisten Fällen erleben wir jene Art Enttäuschung, die uns vor Augen führt, dass wir nicht rückhaltlos geliebt werden, dass es Bedingungen gibt. Und dass wir selbst welche stellen – die vielleicht tragischste aller Desillusionierungen.
Die Suche nach Menschen, die für uns da sind ganz egal, was geschieht, gestaltet sich als meist als ungemein schwierig, wenn nicht sogar hoffnungslos. Die meisten unserer Freund- und Partnerschaften entpuppen sich als Katzengold, um nun endlich mal den Begriff Schatz ins Spiel zu bringen.

Unterm Strich bleiben nur verdammt wenig wahre Schätze. Solltet Ihr tatsächlich mal einen gefunden haben, sucht Euch ein gutes Versteck in Eurem Herzen, aber verbuddelt ihn immer nur so tief, dass Ihr ihn jederzeit und schnellstmöglich wiederfinden und ausgraben könnt.
Aber vor allem: Werdet selbst Schätze für Eure Schätze, denn dann und nur dann seid Ihr trotz all der Fehler, die Ihr schon gemacht habt und trotz all dem ganzen Scheiß, der Euch da draußen jeden Tag um die Ohren fliegt, tolle und liebenswerte Menschen geblieben.

 

2 thoughts on “Der leicht pathetische und bisschen seichte Schatz-Text

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