Alles beim Alten

Ich bin in einem Alter, in dem man es sich besser zweimal überlegt, ob man Abends auf die Piste geht. Selbst wenn ich mich zusammenreiße und mir nur mittelmäßig viel Karamba zumute, hängt mir ein Aufenthalt im Partyland noch tagelang in den Knochen.
Da sich meine außerberuflichen sozialen Kontakte aber nicht bloß auf den engen Freundeskreis beschränken sollen und ich nicht unbedingt der Vereinstyp bin, zieht es mich von Zeit zu Zeit schon noch in Kneipen und Clubs, zumal mir meine innere 20-jährige sowieso ständig vorwirft, ich würde jeden Freitag und Samstag irgendwas suuuuuupertolles verpassen.

Nach den üblichen unseres Alters inhärenten Terminabstimmungsschwierigkeiten zog ich mit zwei meiner liebsten Menschen letztes Wochenende endlich mal wieder raus in die Nacht.
Was ich dort vorfand? Nun, das übliche, würde ich sagen:
Dunkelheit, immense Lautstärke (an die ich mich selbst in jungen Jahren nie richtig gewöhnen konnte), Leute, die ich schon bei etwa 200 anderen nachtumnebelten Gelegenheiten gesehen, mit denen ich aber nie auch nur ein Wort gewechselt habe, argwöhnisch-musternde Blicke der Geschlechtsgenossinnen, alkoholgeschwängerte Meinungsverschiedenheiten, tollpatschige Anmache, Lästereien, Kurzzeit-Verbrüderungen mit Wildfremden, gelallte Halbwahrheiten und natürlich jede Menge billigen Sekt.
Kurz gesagt: es war toll!
Denn solcherlei Oberflächlichkeiten bringen Spaß und der ist nun mal zur Würze des Lebens. Außerdem durfte ich diese Nacht mit meinen Freunden teilen – denjenigen, mit denen mich weit mehr verbindet als gemeinsame Zechereien.

Die 20-jährige in mir wird wohl niemals komplett verstummen, aber die Phasen, in denen sie ihre angeschlagene Stimme schonen muss, belaufen sich mittlerweile auf Monate. Und genau so soll das auch sein.

 

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